Tiere in der Werbung
Für einen Werbeprofi fällt das Thema in den Bereich der Inszenierungstechnik. An Stilmitteln steht ihm da ein ganzes Arsenal zur Verfügung, z.B.: der Gebrauch von “Testimonials” und “Presentern”. Der Einsatz von Fantasiefiguren, Promis (”Celebrities”) ist allgegenwärtig. Kinder in der Werbung sowieso. Auch Mönche und Nonnen - warum nicht? Sexy Frauen ohne Ende, because sex sells.
Und immer wieder Tiere, Tiere und nochmals Tiere.
Für deren Einsatz sprechen 3 Faktoren:
Der Symbolfaktor - der Blickfang/Aufmerksamkeitswert - der Sympathietransfer.
Als Symbolfaktor und Metapher finden wir sie vorzugsweise im “Logo” (Markenzeichen) und auf Packungen. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.
Die lila Milka-Kuh steht für gesunde Alpennatur, der Esso -Tiger für (Beschleunigungs-)Kraft, der Elefant bei Schuhen für Robustheit. Der rote Bulle für Energie und (Mannes-)Kraft.
Tiere zum Zweck des reinen Blickfangs sind in der Werbung die wohl auffälligste Variante. Also dort, wo es keinen direkten Bezug zum Produkt gibt. Wo Tiere für “instant attention” und den “running gag” herhalten.
Beispielsweise sprechende Affen (Toyota), Hunde, die mit sabbernden Lefzen einem Bierwagen nachjagen (Miller-Beer), oder Hunde, die sich bibbernd über das falsche Auto beschweren (VW-Polo). Jede Menge amüsanter Übertreibungen, die mitunter zum Klamauk ausarten. Was nicht immer den gestandenen Tierfreund erbaut und ihn auf die Barrikaden bringen kann.
Bleiben wir beim Hund.
Dieser hat in der Werbung on top die Funktion eines Sympathieträgers. Beabsichtigt ist der so genannte “Image-Transfer”, das heißt die positive Abstrahlung auf das beworbene Produkt. Der Hund wird quasi als dekoratives Element in die Handlung eingebaut. Er steht für heile Welt, Zufriedenheit, gute Laune und Familie. Nicht von ungefähr taucht Bello in der Werbung für Banken, Autos, Nahrungsmittel und Getränke auf.
Aus der Sicht des sachlich kalkulierenden Werbers bringt die Verwendung von Hunden durchaus praktische Vorteile mit sich. Denn die Vierbeiner sind um vieles kostengünstiger als die Gagen für menschliche Darsteller oder gar einen Promi. Sie zicken nicht herum, haben keine Alkohol- und Drogenprobleme, es gibt keine Troubles mit Persönlichkeitsrechten, herrlich!
Werbung mit Hunden punktet immer wieder bei nationalen und internationalen Kreativ-Wettbewerben. Die Chancen für ehrgeizige Kreative eine der heiß begehrten Trophäen einzuheimsen, stehen überdurchschnittlich gut, kurzum Werbemenschen lieben Hunde ![]()

