Die Fortpflanzung

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Teil1 – Die Hündin

Der Sexualzyklus

Die Läufigkeit tritt meist zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat das erste Mal auf. Hündinnen sehr großer Rassen werden oft erst zwischen 12 und 18 Monaten erstmals läufig.
Die Läufigkeit dauert 3-4 Wochen und wird in 2 Phasen unterteilt: – in der ersten und zweiten Läufigkeitswoche zeigt die Hündin blutigen Ausfluß. Sie ist schon attraktiv für die Rüden, lässt sich aber noch nicht decken.
Ab dem 10.-14. Läufigkeitstag wird das Läufigkeitssekret heller, fleischwasserfarben. Das kennzeichnet den Eintritt in die 2. Phase.

Im Östrus – kommt es zu einer deutlichen Verhaltensänderung der Hündin. Der Östrogenspiegel ist jetzt sehr hoch, die Hündin ist deckbereit. Diese Phase dauert 1-10 Tage. Nach der Läufigkeit steht die Hündin für 2 Monate unter hohem Progesteroneinfluß. Das Schwangerschaftshormon wird auch gebildet, wenn die Hündin nicht gedeckt wurde.

Diese Phase nennt man Metöstrus.
Am Ende des Metöstrus kann es zu einer Anbildung des Gesäuges mit Milchfluß (Scheinträchtigkeit) kommen. Wenn sichergestellt ist, dass keine Trächtigkeit vorliegt, ist es sinnvoll diesen Milchfluß medikamentös zu behandeln.

Daran schließt sich der Anöstrus an. So wird die Zeit der hormonellen Ruhe bis zur nächsten Läufigkeit bezeichnet. In dieser Phase sollte eine Kastration vorgenommen werden.

Trächtigkeit und Geburt

Die Zuchtreife erlangt die Hündin ab der 3. Läufigkeit. Die Trächtigkeit dauert 60 -67 Tage. Ab dem 25. Tag nach dem Decken kann eine Trächtigkeit mittels Ultraschall bestätigt werden. Zwischen dem 26. und 31. Trächtigkeitstag kann aus dem Blut das Hormon Relaxin zur Diagnose herangezogen werden. Ab dem 40. Tag sollten die Feten schon zu ertasten sein. Nach dem 45.-50. Tag wird Kalzium in die Knochen der Feten eingelagert, sodaß man ab diesem Zeitpunkt auch das Röntgen zur Trächtigkeitsdiagnose heranziehen kann. Röntgenuntersuchungen sind sinnvoll, wenn die Anzahl der Welpen bestimmt werden soll und um eventuell bei ungünstigen Geburtsverhältnissen (Zwergrassen, brachyzephale Rassen – z.B. Mops, Pekinese) einen Kaiserschnitt zu planen.

Wenige Tage vor der Geburt beginnt die Milchbildung, die Vulva schwillt an und die Beckenbänder erschlaffen. 12-48 Stunden vor der eigentlichen Geburt, setzt leichte Wehentätigkeit ein. In der Phase kommt es zu einem charakteristischen Abfall der inneren Körpertemperatur um etwa 1°C. Kurz vor Eintritt der Geburt zeigt die Hündin dunkelgrünen Ausfluss. Jetzt beginnen sich die Plazenten abzulösen

Die durchschnittliche Geburtsdauer liegt zwischen 4 und 8 Stunden, die Pause zwischen den Welpen beträgt meist 20 – 30 Minuten, kann aber in Einzelfällen auch einige Stunden betragen. Mit den Geburtswehen beginnt die Austreibungsphase. Die erste Fruchtblase (Allantois) platzt schon innerhalb des Geburtskanals. Mit den Presswehen erscheint dann die zweite Fruchtblase (Amnion) in der Scheidenöffnung. Mit der nächsten Presswehe sollte der Welpe geboren werden. Die Amnionhülle wird in der Regel von der Hündin durch Lecken eröffnet. Wenn sie das nicht gleich erledigt, muß man die Blase von Hand öffnen, da der Welpe sonst nicht atmen kann. Das Einatmen von Fruchtwasser führt zu schweren Komplikationen. Die Nabelschnur ist beim Hund sehr kurz. Wenn sie nicht von selbst einreißt, sollte man sie 1 cm von der Bauchdecke entfernt abbinden und durchtrennen. Die Nachgeburt wird einige Minuten später ausgestoßen.

Wenn Sie bei der Geburt anwesend sind, sind folgende Dinge zu beachten: Die Fruchthülle muß sofort geöffnet werden. Mund und Nase müssen vorsichtig vom Fruchtwasser befreit werden, es gibt hierfür spezielle Sauger. Danach wird das Hundebaby mit einem weichen Tuch trocken gerieben, die Atmung kontrolliert und der Stumpf der Nabelschur desinfiziert. Danach kann das Kleine wieder zu seiner Mama. Jedem Welpen muß eine Nachgeburt folgen. Das Verbleiben der Nachgeburt in der Gebärmutter führt zu schweren Entzündungen.

Die Hundebabies sollten anfangs täglich gewogen werden. Ab der 4. Lebenswoche kann man beginnen, weiches Welpenfutter zuzufüttern. Bis zur 7.-8. Lebenswoche sollten die Babies gesäugt werden. Bei Störungen, wie zum Beispiel Ausfluß während der Trächtigkeit, Überschreitung des Geburtstermins, verzögerte Geburt, schlechtes Allgemeinbefinden von Hündin oder Welpen, Milchmangel oder ähnlichem ist selbstverständlich sofort der Tierarzt aufzusuchen.