Vergiftungen/der alte Hund
Vergiftungen durch Lebens-und Genussmittel
Wir alle gönnen unseren Hunden neben den üblichen Leckerlies doch hin und wieder eine besondere Belohnung. Manche Lebensmittel jedoch werden beim Hund in anderer Weise verstoffwechselt und können zu ernsten Vergiftungen führen. Welche Risiken für den Hund bestehen soll dieser Artikel anhand einiger Beispiele verdeutlichen.
Schokolade/Kakao/Kaffee
Schokolade enthält Theobromin. Gemeinsam mit dem Koffein gehört es zur Gruppe der Methylxanthine. Diese Stoffe hemmen bestimmte Enzyme vor allem im Herz- Kreislaufsystem und der Lunge.
4-15 Stunden nach der Aufnahme toxischer Mengen zeigen sich folgende Symptome: Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Nervosität, Aufregung, Muskelzittern, Herzrasen, Herzarrhythmien, Krämpfe, im Extremfall Koma.
Die Gehalte an Theobromin in Lebensmitteln sind abhängig vom Kakaogehalt. Große Mengen sind in Zartbitter- Kochschokolade und Schokoglasur enthalten. 20g/kg Körpergewicht können beim Hund schon tödlich sein. Das sind 700g Kochschokolade für einen durchschnittlichen Schäferhund (35kg).
Die letale Koffeindosis wird mit 110-140mg/kg angegeben. Eine Tasse Espresso enthält durchschnittlich 50 mg Coffein.
Macadamia Nüsse
Welche Inhaltsstoffe der Nüsse zu den Vergiftungserscheinungen führen ist nach wie vor unklar. Innerhalb der ersten 12 Stunden nach der Aufnahme kommt es zu Schwierigkeiten beim Laufen und beim Aufstehen. Vor allem die Hintergliedmaßen sind betroffen. Die Blutwerte zeigen eine Erhöhung der Leberwerte. Die Symptome sind meist reversibel, die Behandlung erfolgt symptomatisch.
Weintrauben/Rosinen
Es kommt immer wieder vor, dass Hunde schwere Vergiftungserscheinungen nach der Aufnahme von Weintrauben zeigen. Symptome zeigten sich bei verschiedenen Traubensorten und unabhängig vom Einsatz von Spritzmitteln.
Zu den klinischen Symptomen zählen: Erbrechen, Durchfall, Koliken, Inappetenz und Lethargie. In vielen Fällen kommt es zur Schädigung der Nieren bis hin zum Nierenversagen. Die toxische Dosis wird in der Literatur mit 10-30g/kg Körpergewicht angegeben.
Zwiebel/Knoblauch
Der schwefelhaltige Inhaltsstoff Allylpropyldisulfid schädigt die Membranen der roten Blutkörperchen und führt zu deren Zerstörung. Es kommt zur Blutarmut (Anämie). Die ersten Symptome der Vergiftung sind auch hier Erbrechen und Durchfall. Nach 1-3 Tagen kommt es zur Schwäche, Appetitlosigkeit und blassen Schleimhäuten, hervorgerufen durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen. In weiterer Folge kommt es zur Ausscheidung blutigen Urins sowie erhöhter Herz- und Atemfrequenz.
Wird die Zwiebelfütterung eingestellt, erholt sich der Hund meist innerhalb einer Woche. Die roten Blutkörperchen werden wieder nachgebildet. Bei Zwiebeln führen bereits 5-10g/kg zur Erkrankung (entspricht 175-350g bei einem 35kg schweren Hund). Bei Knoblauch führen bereits 5g/kg zu klinischen Symptomen (entspricht ca. 2 Knollen für einen 30kg schweren Hund).
Xylit
Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff. Xylit ist Bestandteil in Nahrungsmitteln für Diabetiker, in zuckerfreien Kaugummis, in Zahnpasten und in diversen Erzeugnissen der Süßwarenindustrie. Beim Hund erhöht Xylit die Insulinsekretion. Die Erhöhung des Insulinspiegels führt zu einer drastischen Senkung des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) bereits 30-60 Minuten nach Xylit Aufnahme. Nach 9-72 Stunden kommt es zur Zerstörung von Leberzellen. Die Symptome beginnen mit Durchfall und Erbrechen, gefolgt von Schwäche und Kollaps. Die Schädigung der Leber kann weitere sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen: Blutungen, Gelbsucht, Übelkeit, epileptiforme Anfälle bis Koma. Die Sterberate bei Xylitvergiftungen ist hoch. Die Aufnahme von 1g/kg Körpergewicht führt bereits zu einer Erhöhung des Insulinspiegels. Ab 1,4g/kg kommt es zu ernsten Leberschädigungen.
1 Dose Orbit Kaugummi (46 Dragees) enthält 40g Xylit. Das bedeutet, dass 1 Dose Kaugummi für einen 30-40kg schweren Hund letal sein kann.
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